Charaktertest gegen den inneren Schweinehund

Kontrastprogramm für die Eintracht: Nur drei Tage nach dem Europacup-Höhepunkt bei Inter Mailand gastiert Bundesliga-Schlusslicht Nürnberg in Frankfurt. Ein Sieg ist Pflicht, genau das ist aber die Gefahr.

Videobeitrag

Nach der triumphalen Nacht von Mailand muss die Eintracht zurück in den Bundesliga-Modus schalten: Am Sonntag um 15.30 Uhr empfangen die Frankfurter am 26. Bundesliga-Spieltag den 1. FC Nürnberg.

Die Ausgangslage

Viel klarer könnte die Rollenverteilung wohl nicht sein: Eintracht Frankfurt hat im Jahr 2019 noch nicht ein Spiel verloren und ist derzeit national und international das Team der Stunde. Wer im Viertelfinale der Europa League steht und nur vier Punkte hinter den Champions-League-Plätzen rangiert, der kommt gegen den Tabellenletzten aus Nürnberg nicht an der Favoritenrolle vorbei.

Genau da lauert allerdings auch die große Gefahr: Die Eintracht muss nur drei Tage nach dem Europapokal-Highlight bei Inter Mailand die geschundenen Körper wieder hochfahren und sich motivieren, auch gegen das Schlusslicht ans Leistungsmaximum zu gehen. Wie schwierig das ist, bewies nicht zuletzt das Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der Hinrunde, als die Eintracht 64 Stunden nach einem 2:0-Heimsieg gegen Limassol in Nürnberg mit viel Glück noch 1:1 spielte.

Eine Niederlage vor heimischer Kulisse gegen den Tabellenletzten ist streng verboten und erscheint extrem unwahrscheinlich. Exakt so klingen die Zutaten für einen klassischen Ausrutscher.

Das Personal

Ante Rebic und David Abraham könnten laut Trainer Adi Hütter nach ihren Verletzungspausen wieder eine Option sein und zumindest im Kader stehen. Ein sicherer Kandidat für die Frankfurter Startelf ist zudem Gelson Fernandes, der nach seiner in Mailand abgesessenen Sperre einen der zahlreichen Mittelfeld-Dauerbrenner ersetzen könnte. Kandidaten für eine Verschnaufpause gibt es viele. Da es nach der Partie in die Länderspielpause geht, ist aber wohl nicht mit der ganz großen Rotation zu rechnen.

So könnte die Eintracht spielen:


Aufstellung Eintracht Club
Bild © hessenschau.de

Deutlich größere Sorgen hat der Club: Mit Tim Leibold fehlt einer der wenigen Leistungsträger gelbgesperrt, mit Enrico Valentini hat sich in der vergangenen Woche zudem ein weiterer Stammspieler verletzt abgemeldet. Der qualitativ und quantitativ ohnehin nicht wirklich gut bestückte Nürnberger Kader fährt auf der Felge nach Frankfurt.

So könnte Nürnberg spielen: Mathenia – Mühl, Margreitter, Ewerton, Ro. Bauer – Erras – Behrens, Löwen – Kubo, Palacios – Ishak

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: “Wir müssen vor der Länderspielpause noch mal alles raushauen. Wenn wir unsere Leistung bringen, bin ich überzeugt, dass wir gewinnen.”

Boris Schommers (Nürnberg): “Wir wissen natürlich, was uns in Frankfurt erwartet. Und wir haben eine Idee, wie wir dort etwas holen können. Wir sind zuletzt von Woche zu Woche stärker geworden. Das wollen wir so beibehalten, aber dieses Mal auch etwas mitnehmen.”

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Am spannendsten auf Frankfurter Seite ist sicherlich die mögliche Rückkehr von Rebic. Sollte der Kroate nach seiner Knieverletzung wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein, könnte er der Offensive einen zusätzlichen Push bringen. Ob als Joker oder von Beginn an – die Power von Rebic könnte der müden Eintracht sicher guttun.

Und bei Nürnberg? Gute Frage, nächste Frage.

Die Statistik des Spiels

Nichts verdeutlicht den Unterschied zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Nürnberg so anschaulich wie ein Blick auf die aktuellen Serien: Während die Hessen seit acht Liga-Spielen ungeschlagen sind, wartet der Club seit 19 (!) Partien auf einen dreifachen Punktgewinn. Beide Werte werden, das ist wenig überraschend, von keinem anderen Team über- oder unterboten. Auch rein statistisch kann die Eintracht also nur gewinnen. Irgendwann reißt allerdings jede Serie.

Sendung: hr-fernsehen, hr-heimspiel! Bundesliga, 18.03.19. 22.05 Uhr