Deutsche Bank und Commerzbank wollen über Fusion sprechen

Die Deutsche Bank und die Commerzbank wollen laut mehreren Berichten offiziell über einen Zusammenschluss verhandeln. Über die Fusion wird seit Monaten spekuliert.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, rtr, agx

Finanzbranche: Firmenzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
Firmenzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
© Daniel Roland/AFP/Getty Images

Die Deutsche Bank und die Commerzbank wollen Gespräche über eine mögliche Fusion aufnehmen. Das berichten die Deutsche Presse-Agentur und die Nachrichtenagentur Reuters übereinstimmend mit Berufung auf Informationen aus Bankkreisen in Frankfurt am Main. Die Deutsche Bank wollte die Nachricht laut Reuters zunächst nicht kommentieren, bei der Commerzbank war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seit Monaten wird über eine Fusion der beiden Institute spekuliert. Vergangenes Wochenende war durchgesickert, dass der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und der Commerzbank-Chef Martin Zielke im kleinen Kreis über ein Zusammengehen der beiden größten deutschen Privatbanken sprechen. Die Sondierungen sollen in einem sehr frühen Stadium sein. “Man will ein Zusammengehen ernsthaft prüfen”, zitiert Reuters einen nicht namentlich genannten Insider aus Finanzkreisen. “Es steht aber keineswegs fest, dass es am Ende dann auch zu einer Transaktion kommt.”

Immer wieder bekräftigten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär Jörg Kukies: Deutschland brauche starke Banken. Die Bundesregierung stehe “wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber”. 

Allein Kukies traf sich offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr fast zwei Dutzend Mal mit führenden Vertretern der Deutschen Bank. Bei der Commerzbank hat der Bund über seine Aktienbeteiligung von gut 15 Prozent, die er seit der Finanzkrise hält, ein Mitspracherecht. Medienberichten zufolge sollen Scholz und Kukies die beiden Bank-Chefs gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen – idealerweise vor der Europawahl Ende Mai.

Die Gewerkschaften sind jedoch gegen den Zusammenschluss, weil sie den Abbau von mehreren zehntausend Stellen befürchten. Gewerkschaftsvertreter in den Aufsichtsräten der zwei Banken haben angekündigt, gegen eine Fusion zu stimmen.

Sollte die Zusammenlegung gelingen, entstünde die mit Abstand größte deutsche Bank mit rund 38 Millionen Privat- und Firmenkunden, zunächst etwa 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von fast zwei Billionen Euro.