Duisburg kann von anderen Städten lernen

Jogginghose oder Maßanzug? Wie entwickeln sich unsere Städte? Eine provokante Frage, die beim Handelsforum Ruhr „Fashion and the City“ (zu deutsch: Mode und die Stadt) im Lehmbruck-Museum diskutiert wurde. Die IHK hatte zu der Runde unter anderem Handelsberater, Wirtschaftsförderer und Einzelhändler eingeladen. Und es waren durchaus interessante Ansätze aus anderen Städten zu vernehmen, von denen Duisburg lernen könnte.

So erklärte der Wirtschaftsförderer aus Geldern das Konzept eines „Testlabors für Gründer“. Diese können sich zu günstigen Konditionen eine Ecke in einem etwa 200 Quadratmeter großen Laden, der von der Wirtschaftsförderung mit Hilfe der Stadt Geldern und der IHK zur Verfügung gestellt wird, anmieten. Und wenn es nicht klappt, können die Existenzgründer auch nach einem halben Jahr wieder ausziehen. Die Stadt profitiert davon, dass es einen Leerstand weniger gibt, und der noch unerfahrene Händler kann sich ausprobieren. In einer Kleinstadt am Niederrhein. Aber in Duisburg?

Eher nicht. Wirtschaftsdezernent Andree Haack erklärte: „Die Verwaltung kann nicht die Stadt aufkaufen.“ Nein. Das erwartet auch niemand. Aber warum schaffen es andere Kommunen, wenigstens kleine Impulse zu geben? Natürlich gibt es nicht den „Jogginganzug“ oder „den Maßanzug“ für jede Stadt. Und es ist richtig, dass jede City ein anderes maßgeschneidertes Konzept braucht. Nur, wie kann dies denn für Duisburg aussehen? Darauf gab auch das Forum gestern wieder einmal keine Antwort.

Dafür aber viele Sprüche. Vielfach zitiert wurde der jüngst verstorbene Modezar Karl Lagerfeld: „Wer eine Jogginghose auf der Straße trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Oder muss schauen, wo er einkaufen geht. In Duisburg jedenfalls nicht. Denn Maßanzüge gibt es in dieser Stadt schon lange nicht mehr. Neue Mode-Highlights sind auch nicht in Sicht. Genauso wenig wie zukunftsweisende Ideen für eine moderne Innenstadt.