Erhöhte Aluminiumkonzentration

VSR Gewässerschutz hat Brunnenwasser untersucht / Höchster Wert in Lichtenhorst gemessen

Hohe Aluminiumgehalte fand der VSR-Gewässerschutz im Landkreis Nienburg in verschiedenen privat genutzten Brunnen. Bei den Untersuchungen im Zeitraum von September bis Oktober wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Aluminium von 0,2 Milligramm pro Liter (mg/l) wiederholt überschritten. Die höchste festgestellte Aluminiumkonzentrationen lag im Wasser eines Brunnens in Lichtenhorst mit 4,00 mg/l. Weitere hohe Aluminiumwerte fanden die Gewässerschützer auch in Wietzen mit 0,35 mg/l, in Anderten mit 1,05 mg/l und in Rodewald mit 0,45 mg/l.

Aluminium kommt überall im Boden vor. Es wird aber nur in einem stark saurem Grundwasser gelöst. Der VSR-Gewässerschutz stellte bei seinen Messungen schon 90 Prozent der Proben pH-Werte unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 6,5 fest. Ein Drittel der Proben lag sogar im Bereich unter 5,5 bei dem das Aluminium gelöst wird.

„Das Wasser im Untergrund wird immer saurer“, so VSR-Sprecher Harald Gülzow. Eine Hauptursache sei die hohe Dichte an Massentierhaltungen in Niedersachsen, wo extreme Mengen an Ammoniak anfallen. „Diese entstehen, wenn sich Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzen. Aus diesem Grund wird das Ammoniak besonders im Stall und bei der Ausbringung der Gülle in die Luft freigesetzt. Von dort kommt es durch den Regen wieder auf die Böden und ins Grundwasser“, so Gülzow weiter.

Hohe Aluminiumkonzentrationen im sauren Grundwasser schränken die Nutzung des Brunnenwassers im Garten erheblich ein. So ist es nur noch bedingt zum Gießen geeignet. Bei vielen Pflanzen führt die Aufnahme von größeren Mengen Aluminium zu Schäden. In Teichen wirken bereits geringe Aluminiumkonzentrationen auf Fische giftig. Besonderes betroffen sind dabei die Dottersackbrut und schlüpfende Fische. Daher sollte dieses belastete Brunnenwasser auch nicht in Fisch- und Gartenteiche eingeleitet werden.

„Maßnahmen zur Minderung von Stickstoffemissionen müssen nicht nur im Stall ansetzen, sondern vor allem bei der Ausbringung der Gülle auf dem Feld. Je länger die Gülle der Luft ausgesetzt ist umso größer sind die Verluste in die Luft“, betonte Umweltschützer Gülzow.

Der VSR-Gewässerschutz fordert eine Einarbeitung der Gülle in den Boden innerhalb einer Stunde. Derzeit sei es erlaubt, die Gülle viermal so lang auf dem Boden liegen zu lassen.

Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass bei der Genehmigung von Massentierhaltungen die Belastung des Grundwassers mitbetrachtet wird. „Das Grundwasser muss in erster Linie geschützt werden. Der einzelne Gartenbesitzer hat ein Recht darauf aus seinem Brunnen Wasser beziehen zu können, das zur Nutzung im Garten geeignet ist. In Regionen mit saurem Grundwasser dürfen keine zusätzlichen Massentierhaltungen mehr genehmigt werden“, so Harald Gülzow.

Um festzustellen, ob sich die Versauerung weiter verschlimmert, werden die Umweltschützer weitere Messungen durchführen. Bürgerinnen und Bürger, die sich an den Untersuchungen beteiligen möchten, erhalten im Internet unter der Adresse www.VSR-Gewässerschutz.de weitere Informationen.