Fieser „Gelbwesten“-Tweet Trump verspottet Macron

Paris kommt nicht zur Ruhe, die „Gelbwesten“-Proteste werden zunehmend brutaler!

Am Samstag plünderten die Randalierer auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées Geschäfte und steckten sie in Brand. Sie errichteten Barrikaden, zündeten sie an, auch eine Bankfiliale stand in Flammen. Das darüber liegende Wohnhaus fing ebenfalls Feuer, elf Menschen wurden verletzt.

Die Demonstranten setzten eine Bank in Brand, elf Menschen wurden verletzt
Die Demonstranten setzten eine Bank in Brand, elf Menschen wurden verletztFoto: GEOFFROY VAN DER HASSELT / AFP

Polizisten nahmen fast 240 Menschen fest. Präsident Emmanuel Macron brach seinen Kurz-Urlaub ab, um an einer Dringlichkeitssitzung der Regierung teilzunehmen. Eigentlich hatte er das Wochenende mit Skilaufen in den Pyrenäen verbringen wollen, stattdessen beriet er sich im Kriseneinsatz-Zentrum.

Die gewaltsamen Proteste der „Gelbwesten“-Bewegung verurteilte Macron scharf. Was am Samstag auf der Champs-Élysées geschehen ist, könne man nicht mehr als Demonstration bezeichnen. „Das sind Menschen, die die Republik zerstören wollen, auf die Gefahr hin, zu töten. Jeder, der dort war, war daran beteiligt“, erklärte der Präsident am späten Samstagabend.

Und wäre die Lage nicht schon ernst genug, kommt nun auch noch US-Präsident Donald Trump mit einem Tweet daher und verspottet Frankreichs Regierungschef öffentlich.

„Wie läuft das Pariser Klimaschutzabkommen für Frankreich?“, schrieb Trump am Samstag höhnisch auf Twitter. „Nicht so gut, schätze ich nach den seit 18 Wochen anhaltenden Unruhen der Gelbwesten-Demonstranten!“

Zugleich nutzte Trump die Proteste in Paris, um für sich und seine eigene Klimapolitik die Trommel zu schlagen. Die USA seien in „allen Listen zur Umwelt an die Spitze aufgestiegen“, behauptete er.

Allerdings wird der Klimawandel von Trump immer wieder in Zweifel gezogen. Er hatte bereits wenige Monate nach Amtsantritt den Ausstieg der USA aus dem globalen Pariser Klimaschutzabkommen offiziell angekündigt.

Mit den Bistro-Stühlen aus Cafés errichten die Demonstranten Feuer-Barrikaden
Mit den Bistro-Stühlen aus Cafés errichten die Demonstranten Feuer-Barrikaden Foto: Imago

Trump hatte sich bereits zuvor mehrmals zu den Protesten geäußert und sie unter anderem als Beweis für die Richtigkeit seiner klimafeindlichen Politik gewertet.

Schon damals – im Dezember 2018 – hatte sich Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian die Kommentare des US-Präsidenten verbeten: „Ich sage Donald Trump und der Präsident der Republik sagt es ihm auch: Wir beteiligen uns nicht an den amerikanischen Debatten, lassen Sie uns unser Leben als Nation führen.“

Die seit November anhaltenden wöchentlichen Proteste hatten sich ursprünglich an hohen Spritpreisen und der geplanten Ökosteuer auf Diesel entzündet. Später mischte sich in den Protest allgemeiner Unmut über die Politik der Regierung von Präsident Emmanuel Macron.