Frust first!

Diese Woche im Morgenmagazin. Dunja Hayali verrichtet Dienst nach Vorschrift und moderiert gerade den lustigen Wetter-Motiv-Pullover vom Wettermann an. Da stürmt von hinten eine Frau auf die Bühne, greift Dunja Hayali an die Schulter, schiebt sich ruppig an ihr vorbei mit einem Elan, den man sonst nur von Positionskämpfen in der Supermarktschlange kennt und postuliert ihr Missfallen:

“Müsst ihr hier eigentlich alle anlügen? Lügenpresse, Lügenfresse oder was?” (Störerin im ZDF Morgenmagazin)

Guck an, vielleicht wird das ein neuer Trend: Wem etwas im Fernsehen nicht gefällt, der schwingt sich auf die Bühne vor die Kamera und stellt sich vor den Moderator. Und ich Depp habe jahrelang feingeistige Beiträge über die Sinnlosigkeit des Musikantenstadls geschrieben! Dabei hätte ich einfach nur mal Andy Borg direkt ins Gesicht atmen müssen. Die Dame im Morgenmagazin hatte dann übrigens noch diese fein ziselierte Anschuldigung parat:

“Sag mal, sind bei dir die Mainzelhainzel äh Mainzelmännchen zuhause?” (Störerin im ZDF Morgenmagazin)

Wow. Da ist sie extra in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, ist ins Studio gefahren, hat die halbe Sendung über sich ergehen lassen und dann kommt das als Beleidigung? Kein Wunder, dass die Frau frustriert ist!

Wie eine überforderte Grundschul-Referendarin

Und wo wir schon bei Frustrierten sind: Theresa May erinnert mich immer mehr an die überforderte Grundschul-Referendarin, die versucht einen Klassenausflug zu planen und konstant von den Helikopter-Eltern torpediert wird. Ja, einige wollen einen Ausflug in den Zoo, andere finden das für die Kinder zu gefährlich, wieder andere wollen das vor dem Direktor klären. Und dann einigen sich die Eltern hinter ihrem Rücken darauf, den Ausflug komplett zu verschieben. Ob jetzt ein Ausflug in den Zoo oder aus der EU ist eigentlich egal. Die Frustrations-Stufe scheint in beiden Szenarien für alle Beteiligten gleich hoch zu sein.

Vielleicht wünscht sich Theresa May bei so einem Theater auch ein Body-Double. Wie es angeblich Melania Trump hat. Sie stand vor wenigen Tagen an der Seite des Präsidenten um der Opfern des verheerenden Tornado zu gedenken. Ansich lief alles rund, denn der Herrn Gemahl warf diesmal keine Küchenrollen auf die Sturm-Opfer. Doch was macht das Internet? Kramt die alte Verschwörungstheorie hervor: Melania hätte angeblich genug von ihrem Mann und lasse sich deshalb von einer Doppelgängerin vertreten.

Aufeinander gestapelte Mainzelmännchen

An sich lächerlich Donald Trump die eigene Ehefrau abzusprechen. Aber auf der anderen Seite: Trump hat selber auch keine Skrupel wenn es um Verschwörungstheorien geht. Er unterstellte Barack Obama, nicht in Amerika geboren worden zu sein. Sondern in Kenia oder im Takka Tukka Land. Deshalb kann er durchaus einen Schluck seiner eigenen Medizin vertragen und ich sage: Das ist nicht nur nicht Melania! Die First Lady der USA sind zwei aufeinander gestapelte “Mainzelhainzel äh Mainzelmännchen”.