Husum: Vier Millionen Krokusse und eine neue Königin

Stand: 16.03.2019 15:13 Uhr

Mit seinem traditionellen Krokusblütenfest feiert die Stadt Husum (Kreis Nordfriesland) die Ankunft des Frühlings: Schon seit Tagen präsentiert sich die Stadt am Meer mit einem Blütenteppich. Die lila Pracht der mehr als vier Millionen Krokusse lockt seit Jahrhunderten Blumenliebhaber an die raue Nordseeküste. Das Fest startete am Sonnabend jedoch bei norddeutschem Schietwetter. Neben den Krokusblüten gehört die Krönung der neuen Krokusblütenkönigin zu den Höhepunkten. Nachdem im vergangenen Jahr erstmals ein Mann dieses Amt übernommen hatte, ist es nun wieder eine Frau. Therese Thamsen trägt nun für ein Jahr den Königstitel. “Ich freue mich auf ein tolles Jahr”, sagte die 18-Jährige Schülerin, die bei der Eröffnung feierlich ihre Krone von der Majestät des Vorjahres erhielt.

Teile der Innenstadt gesperrt

Seit 23 Jahren feiern auch die Kaufleute der kleinen Hafenstadt das Krokusblütenfest. “Es ist Tradition”, sagt Bürgermeister Uwe Schmitz (parteilos): “Jedes Jahr kommen einige Zigtausend Menschen nach Husum, um sich die Krokusblüte anzuschauen. In vielen Regionen der Republik werden extra Busreisen hierher organisiert. Mittlerweile haben auch die Einheimischen das Fest lieb gewonnen.” Für das Spektakel wurde die Innenstadt zum Teil gesperrt. Mehr als 50 Buden und Verkaufsstände wurden aufgebaut.

Husum feiert sein traditionelles Krokusblütenfest

Schleswig-Holstein Magazin – 16.03.2019 19:30 Uhr

Bei typisch norddeutschem Schietwetter hat Husum die Ankunft des Frühlings gefeiert. Mehr als vier Millionen Krokusse locken wie jedes Jahr zahlreiche Blumenliebhaber an die Nordsee.

Wechselhaftes Wetter am Sonntag

NDR Wetterexperte Meeno Schrader sagt für das Wochenende jedoch wenig frühlinghaftes Wetter vorher. Der Meteorologe prophezeit für Sonnabendnachmittag flächendeckenden Regen, der teilweise bis in den Abend anhalten kann. Am Sonntag gibt es wechselhaftes Wetter zum Teil mit kräftigen Regen, starkem Wind und Temperaturen, die nur selten in den zweistelligen Bereich klettern.

Die Krokusse als historischer Irrtum

Warum die Pflanzen vor mehreren Hundert Jahren in Husum gepflanzt wurden, weiß niemand ganz genau. Nur eines ist klar: Die Aktion war ein historischer Irrtum. Es gibt zwei Theorien über den Ursprung des “Blütenwunders” – und beide basieren darauf, dass die fleißigen Gärtner Safran aus den Krokussen gewinnen wollten. Der lilafarbene Krokus in Husum sieht nämlich nur so aus wie der Safran-Krokus, hat aber keinerlei Blütennarben und liefert deshalb auch keine Safranfäden. Weder für die “Grauen Mönche”, die im 15. Jahrhundert vielleicht damit ihre Gewänder färben wollten, noch für Herzogin Marie Elisabeth, die den Safran einer anderen Geschichte zufolge für ihre Zuckerbäckereien nutzen wollte. Wie es auch immer gewesen sein mag: In Nordeuropa ist heute kein ähnlich großes lila Krokus-Meer zu finden wie in Husum.

Weitere Informationen

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin |
16.03.2019 | 19:30 Uhr