Jens Wackerhagen Extremsportler läuft in zwei Tagen von Berlin nach Hannover

Von Berlin nach Hannover, 302 Kilometer in zwei Tagen laufen – das hatte sich Jens Wackerhagen vorgenommen. Geklappt hat es am Ende nicht ganz. „Der Regen war noch das kleinere Übel“, sagt der Extremsportler, als er am Sonnabend um 15.30 Uhr am Henriettenstift in Hannover ankommt. Aber starke Sturmböen zwangen ihn gewissermaßen zu einer kleinen Abkürzung, die Laufstrecke durch den Wald wäre zu gefährlich gewesen. So fuhr er von Helmstedt nach Braunschweig mit dem Auto, lief schließlich insgesamt 261 Kilometer.

Doch das tut der Freude keinen Abbruch. „Ich denke, die Message ist trotzdem angekommen. Ich bin jetzt froh, am Ziel zu sein“, sagt Wackerhagen. Sein Ziel war es, mit dem extremen Selbstversuch auf die Bedingungen in Pflegeberufen aufmerksam zu machen. Wackerhagen arbeitet selbst als OP-Fachkraft im Diakovere-Henriettenstift. Los gelaufen ist er daher am Donnerstag auch vom Deutschen Pflegetag in Berlin.

Nur 20 Minuten Schlaf in der ersten Nacht

Rund 30 jubelnde Freunde, Familienmitglieder und Kollegen empfangen ihn am Sonnabend und wollen natürlich sofort wissen, wie anstrengend die vergangenen beiden Tage waren. „Es hat mich extrem viel Kraft gekostet, gegen den Wind anzulaufen“, sagt der OP-Pfleger. Viel schlafen konnte er auch nicht – 20 Minuten in der ersten, drei Stunden in der zweiten Nacht. Ein paar Mal ist er sogar im Laufen eingenickt.

Seit drei Jahren startet Wackerhagen solche Aktionen – auch um Spenden für Kinder in Not zu sammeln. „Ich laufe, damit Kinder wieder laufen können“, sagt er. Alle Spenden zur Aktion „#jensrennt“ kommen dem Lukas Fonds zugute und ermöglichen Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten dringend notwendige Operationen. Weitere Infos dazu auf diakovere.de.

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Von Johanna Stein