Kalous Doppelpack reicht nicht: Last-Minute-Niederlage für Hertha

Berlin – Ist das bitter! Hertha BSC hatte Borussia Dortmund am Rande einer Niederlage und steht am Ende mit leeren Händen da. In einem rasanten Topspiel verloren die Berliner noch mit 3:2 (2:1).

Salomon Kalou bejubelt mit Ondrej seinen Führungstreffer zum 1:0.
Salomon Kalou bejubelt mit Ondrej seinen Führungstreffer zum 1:0.

Salomon Kalou hatte die Berliner vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion schon nach fünf Minuten in Fürhrung gebracht, ehe die Gäste aus Dortmund durch Bruun Larsen ausgleichen konnten (15. Minute). Vor der Pause war es wieder Kalou, der per Elfmeter für die Führung sorgte. Zagadou traf kurz nach dem Seitenwechsel per Kopf zum erneuten Ausgleich (47.). Den Schlusspunkt setzte dann Marko Reus mit seinem Treffer in der Nachspielzeit.

Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage beim SC Freiburg tauschte Pal Dardai auf gleich drei Positionen. Wie erwartet kehrte der zuletzt angeschlagene Valentino Lazaro in die Startelf zurück – ebenso wie Davie Selke. Lukas Klünter und Vedad Ibisevic mussten dafür wieder auf die Bank. Zudem ersetzte Arne Maier Herthas Routinier Fabian Lustenberger.

Hertha erwischte einen Start nach Maß. Drei Minuten waren gespielt, da hatte Marko Grujic die erste Chance, auch wenn sein Schuss für Roman Bürki kein Problem war. Wenig später stand Dortmunds Keeper erneut im Mittelpunkt.

Mittelstädt versuchte es auf nassem Geläuf aus der zweiten Reihe. Bürki hatte mit dem Schuss so sein Probleme und ließ den Ball nach vorne abklatschen. Kalou hatte den richtigen Riecher und schob ins leere Tor ein – 1:0 (5.).

Die Antwort des BVB ließ nicht lange auf sich warten. Bruun Larsens Schuss konnte Rune Jarstein zunächst noch abwehren (13.), doch keine zwei Minuten später war Herthas Schlussmann machtlos. Delaney spazierte durchs Mittelfeld in den Strafraum und schoss. Rekik fälschte am Ende noch unglücklich ab, sodass der Ball über Jarstein hinweg ins Tor flog – 1:1 (15.).

Valentino Lazaro im Zweikampf mit Abdou Diallo.
Valentino Lazaro im Zweikampf mit Abdou Diallo.

Die Gäste wollten nun mehr und hatten plötzlich die große Chance zur Führung. Bruun Larsen lief allein auf Jarstein zu, doch der Norweger entschärfte seinen Schuss mit einer klasse Fußabwehr (22.).

Es blieb ein Duell auf Augenhöhe. Auch Hertha suchte weiter den Weg nach vorne, ließ aber die Präzision beim Abspiel im letzten Drittel vermissen. Dennoch gingen die Berliner kurz vor der Pause wieder in Führung.

Nach einer tollen Kombination landete der Ball bei Duda. Seine Flanke aus halbrechter Position bekam Weigl im Strafraum an die Hand.Schiedsrichter Welz entschied auf Elfmeter. Kalou blieb cool und verwandelte sicher zum 2:1 (36.).

Weil Niklas Stark in höchster Not gegen Sancho noch klären- und Jarstein den Schlenzer des Engländers klasse entschärfen konnte, ging Herha nach rasanten 45 Minuten mit einer knappen Führung in die Pause.

Dortmund kam druckvoll aus der Kabine und wurde sofort belohnt. Nach einem Eckball stieg Zagadou hoch und köpfte den Ball ins Tor – 2:2 (47.). Die Gäste drehten nun mächtig auf. Jarstein rettete mit einer klasse Parade gegen Bruun Larsen.

Dortmund feiert das zwischenzeitliche 1:1.
Dortmund feiert das zwischenzeitliche 1:1.

Hertha brauchte ein wenig, ehe auch sie wieder gefährlich vor das gegnerische Tor kamen. Nach einem Konter spielte Kalou den Ball zu Grujic. Sein Schuss aus elf Metern landete aber nur am Pfosten.

Es ging nun hin und her. Duda war nach einem feinen Pass von Kalou auf und davon. Der Slowake kam nach einem Schubser von Diallo zu Fall (59.). Diesmal blieb der Elfmeterpfiff aber aus – zum Unverständnis der Berliner. Im Gegenzug hätte Sancho mit einem Schlenzer den BVB beinahe in Führung gebracht.

Nach 75 Minuten war die Partie für Herthas Doppelpacker Kalou beendet. Der Ivorer wurde durch Mathew Leckie ersetzt. Zudem kam Vedad Ibisevic für Davie Selke aufs Feld.

Die Gäste wollten nun den Sieg, während sich Hertha zunehmend aufs Kontern beschränkte. Die letzten Minuten musste Hertha allerdings mit einem Mann weniger auskommen. Torunarigha hatte Hakimi mit einem harten Tackling zu Fall gebracht und sah dafür die Gelb-Rote Karte (85.).

Hertha wollte nun den Punkt nach Hause bringen und musste wie schon gegen Bremen in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer schlucken. Marco Reus erzielte das 3:2 (90+2.). Zu allem Überfluss sah Vedad Ibisevic nach Videobeweis wegen einer Tätlichkeit gegen Bürki noch die Rote Karte (90+5.).