Kreishandwerkerschaft Ruhr warnt vor Betrügern in Hattingen

Die Kreishandwerkerschaft Ruhr warnt vor einer Masche, die jetzt vermehrt in Witten und Umgebung beobachtet wird. Schon in den 1980er-Jahren ist diese Art der Abzocke unter dem Schlagwort „Dachhaie“ bekannt geworden. Dabei steigen die Betrüger ihren Opfern sprichwörtlich aufs Dach.

„Wir hatten eigentlich ein paar Jahre Ruhe, aber jetzt geht es wieder los“, sagt Markus Dürscheidt, stellvertretender Kreishandwerksmeister und selbst Dachdecker. „Die vermeintlichen Handwerker suchen sich gezielt Regionen aus, in denen ein bestimmtes Klientel von Eigentümern wohnt. Meist sind das ältere Bewohner.“

Teils verursachen Betrüger Dachschäden selbst

Bei diesen Hausbesitzern klingeln die Betrüger ohne Ankündigung. Im ersten Schritt erzählen sie, dass sie zufällig in der Nachbarschaft gearbeitet hätten und dabei gesehen hätten, dass am Dach etwas kaputt sei. Das können z.B. verrutschte Dachpfannen sein. Nach den Schilderungen, die bei der Kreishandwerkerschaft vorliegen, gehen manche der Betrüger noch perfider vor. Sie steigen mit einer Leiter aufs Dach, verursachen auf die Schnelle selbst einen kleinen Schaden, fotografieren diesen und zeigen das Bild den Eigentümern.

Das Angebot der vermeintlichen Dachdecker: Sie könnten den Schaden sofort beheben. Wer sich nicht sofort darauf einlasse, auf den werde Druck ausgeübt, indem die ungebetenen Handwerker Angst schüren – etwa, dass lose Dachpfannen herunterfallen können.

Betrügern führen keine fachmännischen Arbeiten aus

Wer das Angebot zur Sofortreparatur annehme, laufe Gefahr, dass aus einem ursprünglich kleinen Betrag ein deutlich größerer werde. Dabei würden die Ausbesserungsarbeiten überhaupt nicht fachmännisch ausgeführt, so Dürscheidt. Er rät, bei vermeintlichen Schäden immer einen bei der Innung registrierten Betrieb zu Rate zu ziehen.

Der Dachdeckermeister hat einige Tipps, wie man den Betrügern einen Riegel vorschieben kann:

Die Eigentümer sollen klären, mit wem sie es zu tun haben. Der Grund: Die Betrüger tragen die typische Dachdecker-Arbeitskleidung und fahren mit Fahrzeugen vor, auf denen ein Firmenschriftzug einen seriösen Anschein vermittelt. „Optisch kann man sie nicht von Handwerkern eines Innungsbetriebs unterscheiden.“ Daher solle man prüfen, ob es diesen Betrieb überhaupt gibt, ein Anruf bei der Kreishandwerkerschaft Ruhr könnte Aufklärung bringen.

Kreishandwerkschaft nennt Indizien für Betrüger

Indizien für Betrüger vor der Tür: Die „Handwerker“ wollen sofort mit der Arbeit anfangen und auf keinen Fall ein schriftliches Angebot unterbreiten. Das gleiche gelte für die Rechnung. „Sie wollen immer in bar bezahlt werden, auf keinen Fall eine Rechnung ausstellen“, so Dürscheidt. Wer sich nicht auf eine Barzahlung einlassen wolle, der werde massiv unter Druck gesetzt.

In Einzelfällen sei es sogar vorgekommen, dass die Handwerker mit den alten Menschen zur Bank gefahren sind, um Geld abzuheben. „Ein Innungsbetrieb legt ein solches Gebaren nicht an den Tag.“

Erst letzte Woche war Dürscheidt selbst bei einer Dame, die fast Opfer der Betrüger geworden wäre. „Die Handwerker hatten der Frau ein durchlöchertes Stück Blech und nasse Wärmedämmung gezeigt, behauptet, ihr Dach müsste dringend repariert werden.“ Doch die Frau meldete sich zuerst bei ihrer Versicherung, Dürscheidt wurde hinzu gerufen. „Das Dach war tipptop.“

Kontakt zur Kreishandwerkerschaft Ruhr

Wer überprüfen will, ob er es mit einem Innungsbetrieb zu tun hat, kann sichbei der Kreishandwerkerschaft Ruhrinformieren: Telefon 0234/ 324 00.

30 Innungen haben sich unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft Ruhr zusammengeschlossen. Die Handwerkerschaft ist Sprachrohr und Interessenvertretungihrer Innungen und der Mitgliedsunternehmen in Bochum, dem Ennepe-Ruhr-Kreis.