Mehr säumige Hamburger Mieter ausgesperrt

Stand: 17.03.2019 09:28 Uhr

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Mietschulden sind der häufigste Grund dafür, dass Gerichtsvollzieher Mieter aus ihren Wohnungen aussperren.

In Hamburg haben Gerichtsvollzieher im vergangenen Jahr in 445 Fällen Türschlösser ausgetauscht. Meist waren Mietschulden der Grund. Damit wurde mehr als einmal am Tag ein Mieter aus seiner Wohnung ausgesperrt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Im Jahr 2017 wurden nur 323 säumige Mieter aus ihren Wohnungen ausgeschlossen.

Zahl der Zwangsräumungen geht zurück

Die Zahl der Zwangsräumungen, wobei Gerichtsvollzieher ganze Wohnungen leerräumen, geht dagegen zurück. Im vergangenen Jahr wurden 848 Wohnungen zwangsgeräumt. Häufig nahmen Gerichtsvollzieher gleich die Möbelpacker mit, um die Möbel einzulagern. Drei Jahre zuvor wurden noch knapp 1.200 Wohnungen in Hamburg zwangsgeräumt.

Weniger Zwangsräumungen in Hamburg

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17.03.2019 10:00 Uhr Autor/in: Susanne Röhse

Mehr als einmal am Tag wird in Hamburg ein Mieter aus seiner Wohnung ausgesperrt. Laut Justizbehörde haben im vergangenen Jahr Gerichtsvollzieher in 445 Fällen Türschlösser ausgetauscht.

Fachstellen für Wohnungsnotfälle leisten Hilfe

Um Zwangsräumungen zu vermeiden, gibt es in allen sieben Hamburger Bezirken Fachstellen für Wohnungsnotfälle. In den vergangenen fünf Jahren haben die Experten dort 35.000 Haushalte bei der Suche nach Lösungen unterstützt. In mehr als 80 Prozent aller Fälle habe die Wohnungslosigkeit abgewendet werden können, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde.

Auch finanzielle Unterstützung ist möglich

In den meisten Fällen waren bereits Beratung und Unterstützung hilfreich. Etwa ein Drittel der Hilfesuchenden wurde finanziell unterstützt, in dem beispielsweise die Mietschulden für eine bestimmte Zeit übernommen wurden.

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