"Messer" – Ein Track von Prinz Pi, Bosse und Capital Bra gegen "Die dunkle Seite"

AlleineBosse,Prinz PiundCapital Brazusammen in einem Satz zu verwenden, erscheint bestimmt für einige skurril. Doch seit Dienstag kann man diese drei Sänger sogar zusammen auf einem Track hören.

Was unter Prinz Pi veröffentlicht wurde, ist eigentlich vom niedersächsischen Musiker Bosse in Gang gesetzt worden im Rahmen einer 1Live-Kampagne.
“Die dunkle Seite” ist eine Initative innerhalb einer crossmedialen Themenwoche, die auf Depressionen und deren Ursachen aufmerksam machen möchte.

Eine der thematisierten Problematiken ist das Mobbing, für das viele Künstler der Gesellschaft nun die Augen öffnen wollen. Neben den drei Interpreten von “Messer” setzen sich hierfür auch Prominente wie Lena, Flynn Kliemann, Bulent Ceylan, Trettmann und viele mehr ein. Dies verdeutlicht die hohe Relevanz und Aktualität der Angelegenheit.

Im Song bringt Bosse – ganz im Gegensatz seines bisherigen Mottos “Augen zu, Musik an” – den Horror zu Tage, den einige Jugendliche in der Schule mitmachen müssen, wenn sie von Mitschülern attackiert werden. Hier macht er keinen Unterschied zwischen verbalen und physischen Angriffen, denn “ein Messer ist ein Messer, wenn es dich durchbohrt.” Auch Prinz Pi beschreibt in seinem Part, wie manch einer versucht, seine Mauern aufrecht zu erhalten, um sich von den Worten anderer nichts anhaben zu lassen, doch schon ” eine Reißzwecke reicht und dann sinkt dein Rettungsboot”.

Von dem sonst so vorlauten Gangsterrapper Capital Bra hätte man es wohl kaum erwartet, doch er erzählt in seinen Lines genauso von einer mit Mobbing gezeichneten Vergangenheit. Bei ihm zeigte es sich ein wenig anders: Durch sein Erscheinungsbild wurde er bei Missetaten (zu) schnell verdächtigt und ihm wurde vorhergesagt im Leben nie etwas zu erreichen. Dadurch provoziert, zeigte er Aggressionen und musste nachsitzen – ein Teufelskreis.

Bosse will vor der letzten Hook und als Outro allen Betroffenen noch etwas Aufbauendes mit auf den Weg geben, indem er sagt:
“Du bist, was du bist.

Du bist nicht, was sie sagen.

Du bist was, du bist.

Vor allem bist du nicht allein.”

Sie wollen damit zeigen, dass man Mobbing nicht totschweigen und auf keinen Fall einfach ertragen soll. Von 1Live werden Kontakte und Anlaufstellen zur Verfügung gestellt und online Ratschläge gegeben (https://diedunkleseite.1live.de/mobbing/).

Mal abgesehen von der guten Intention des Liedes ist es inhaltlich und lyrisch gut aufgebaut und aufeinander abgestimmt. Prinz Pi klingt in seinem Part von der Rapart ein wenig wie in früheren Rebell-ohne-Grund-Jahren, Axel alias Aki Bosse zeigt, dass es auch beim Indie-Pop-Sänger nicht nur “Schönste Zeit[en]” gibt und Capital Bra verdeutlicht seine softere Seite durch Eingestehen von Schwäche. Trotz allem versprüht der Song kein Ohrwurm-Flair und durch die recht ereignislose Melodie auch kein Hit-Potential. Doch alles in allem ist es eine super Aktion, die man den Musikern nur hoch anrechnen kann und gut anzuhören ist.

Hier geht’s zum Video, in dem auch einige der anderen Stars sich mit eingespielten Kommentaren verewigt haben:

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Quelle

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