Palästinenser-Raketen auf Tel Aviv offenbar irrtümlich abgefeuert

Schon im November war der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen in dem blockierten Küstenstreifen gefährlich eskaliert. Fast 500 Raketen und Mörsergranaten wurden auf Israel abgefeuert. Dabei wurde ein Mann in Israel getötet, bei heftigen israelischen Gegenangriffen kamen sieben Palästinenser ums Leben.

Seit März vergangenen Jahres sind außerdem bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt worden.

Am Freitag haben Hunderte wütender Palästinenser gegen die harten Lebensbedingungen im Gazastreifen demonstriert. Einige Teilnehmer einer Kundgebung in Dir el-Balach im mittleren Abschnitt des Küstenstreifens verbrannten Reifen. Sie protestierten unter anderem gegen die Preise und Lebenshaltungskosten in dem blockierten Gebiet am Mittelmeer.

Die Proteste wurden vor allem von jungen Leuten über soziale Medien organisiert. Schon am Vortag waren Polizeikräfte der im Gazastreifen herrschenden Hamas mit Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen die Lage im Gazastreifen protestiert hatten.

Die radikalislamische Hamas hatte 2007 mit Gewalt die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen. Sie wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom. Die Proteste richten sich auch gegen von der Hamas verhängte Steuern, etwa auf Lebensmittel, Zigaretten und Kleidung.