"Schlag den Star" – Lucas Cordalis gegen Paul Janke: Spannend ist anders

Wenn vermeintliche Promis gleich zu Beginn mit überdimensionalen Wattestäbchen gegeneinander fighten, einen Erpel nicht von der weiblichen Ente unterscheiden können und “Norwegian Wood” den “Rolling Stones” zuordnen, liegt eine Vermutung nahe: Es könnte ein schwieriger Abend werden.

Schlagersänger und Musikproduzent Lucas Cordalis (51) – Daniela Katzenbergers Gemahl und Sohn der Schlagerlegende Costa Cordalis – sowie Fernsehdarsteller und “Ur-Bachelor” Paul Janke (37) standen einander in der ProSieben-Show “Schlag den Star” gegenüber.

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Für alle, die Paul Jahnke nicht kennen: Paul ist Hamburger, lebt auf Mallorca und versteht sich beruflich als “Frauenversteher und DJ”. Dass er für seinen ProSieben-Auftritt eigens Dieter Bohlens Frise aus den 1980-er Jahren rezykliert hat, werden nicht alle großartig gefunden haben.

Einer nicht allzu breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Blonde im Laufe der zweiten Staffel der RTL-Sendung “Der Bachelor”. Auch in seiner Tätigkeit als DJ hat sich Janke übrigens ganz dem Recycling verschrieben: Paul wärmt alte Hits auf, um damit vorrangig Leute auf der Party-Insel Mallorca zu beschallen, was ob des Angebots an lustig machenden Getränken auf Malle immer ganz anständig funktioniert.

Während der Frauenflüsterer seinen Freund David Odonkor, Ex-Kicker und -BVB-Star, mitgebracht hatte, durfte Lucas Cordalis auf die Unterstützung Katzenbergers zählen. Um das männliche ProSieben-Publikum bei der Stange zu halten, wurde diese auch laufend eingeblendet. Die Moderation der Show, die den Sieger um 100.000 Euro wohlhabender macht, übernahm wie immer Elton, der einstige “Stefan Raab”-Adlatus.

“Schlag den Star”: Verhaltenes Agieren mit überdimensionalen Wattestäbchen

Gestartet wurde mit dem Spiel “Runterhauen”. Dabei hatten die Kandidaten einander auf einem Balken mit überdimensionalen Wattestäbchen gegenseitig einzuschenken und zu versuchen, den jeweils anderen von dem Balken runterzuhauen.

Dass man dabei behelmt handeln musste, schmeckte Janke natürlich gar nicht. Hinter seiner Frisur steckte schließlich jede Menge Handarbeit. Was hingegen mehr überraschte: Anstatt einander mit den Stäbchen anständig die Fresse zu polieren, agierten die Protagonisten regelrecht behutsam.

Bereits jetzt vermisste man Stefan Raab, der sich zuerst mal drei Kilogramm rohes Fleisch verinnerlicht hätte, um seinen Gegner dann gepflegt zu vernichten. O tempora, o mores!

Cordalis gewann das Game jedenfalls und sorgte für den ersten Spielstand des Abends: 1:0 für den Barden. Auch das erste Wissensspiel, “Entweder, oder”, entschied der 51-Jährige für sich, obwohl auch er keine Ahnung hatte, dass die Ente mit dem grünen Kopf die männliche ist.

Aber immerhin wusste er als Musiker, dass “Norwegian Wood” ein Song der “Fab Four”, also der Beatles, ist, während der Frauenflüsterer den Track im Œuvre der “Rolling Stones” wähnte.

Das frühe Highlight des Abends: “Gollum” im “Laufrad”

Die Kandidaten selbst trugen zur Unterhaltung des Abends wenig bei. Ecken und Kanten gab’s nicht, Emotionen suchte man vergeblich, und auch deren Sprechluken öffneten sich nur sporadisch. Ein gutes Spiel musste also her. Und tatsächlich: Das “Laufrad” sorgte für den Lacher des Abends.

In einer Art überdimensionalem Hamsterrad galt es, innerhalb einer Minute so viele Umdrehungen wie möglich zu schaffen. Der Bachelor eröffnete das Match und erinnerte körpersprachlich stark an den ewig kriechenden “Gollum” aus dem Legendarium von J.R.R. Tolkiens “Der Herr der Ringe”.

Dass Janke dabei regelmäßig auf der Schnauze landete, befeuerte die Schadenfreude vor der Fernsehkiste (Ist ja nur ein Spiel!). Aber auch Lucas Cordalis, der die Runde für sich entscheiden konnte, sah im Laufrad keineswegs elegant aus und schien sich kontinuierlich dem Bandscheibenvorfall zu nähern. Beide Hamster fühlten sich danach ziemlich gerädert.

Cordalis zieht davon, Hobbykicker Janke schlägt zurück

Zunächst baute Cordalis sukzessive seine Führung aus. Janke, der offenkundig erst warm werden musste, holte jedoch zum Gegenschlag aus. Beim Spiel “Fieldgoal” (das Football-“Ei” musste durch zwei Stangen geballert werden) und “Headis” (Tischtennis mit dem Kopf) war er als passionierter Kicker natürlich im Vorteil.

Während Janke bei “Headis” geschickt mit Köpfchen agierte, schien Cordalis an der Platte nicht so viel zu reißen. Er verlor klar, und Janke verkürzte auf 11:10. Zeichnete sich in den Gesprächen der Beteiligten zwischen den Spielen ein Tiefpunkt ab, schob die Regie kurzerhand die Katzenberger ins Bild.

“Autoball” erinnert an das Skandalspiel von Gijón

Mit von der Partie an diesem Abend war auch der “TV Total”-Klassiker “Autoball”. Hier galt es, mit dem Boliden einen überdimensionalen Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Nach dem durchaus sehenswerten Führungstreffer von Lucas Cordalis musste ein Reifen seiner Karre gewechselt werden.

Dass “Pro7” diese gänzlich unspannende Pause nicht für Werbezwecke nutzte, obwohl es bis zu diesem Zeitpunkt erst rund 380 Unterbrechungen gegeben hatte, wird sich der Sender lange nicht verzeihen.

Das “Autoball”-Match erinnerte übrigens streckenweise an das legendäre Skandalspiel der Fußball-WM 1982 im spanischen Gijón, als Deutschland und Österreich beim Stand von 1:0 für Deutschland, der beiden Teams den Aufstieg in die nächste Runde sicherte, meinten, die Kugel nur noch in den eigenen Reihen hin- und herschieben zu müssen.

Obwohl Janke noch ein Tor erzielen musste, beteiligte er sich erstaunlicherweise am Nichtangriffspakt, was man nicht unbedingt für klug befinden muss. Wer die Partie gewann? Cordalis natürlich.

Der Frauenflüsterer: Beim Baggern top, beim Buddeln flop

Mal gewann der eine ein Spiel, dann wieder der andere. So galt es etwa, Wissensfragen zu beantworten (“Blamieren oder kassieren”), Kartontürme zu verdreschen (“Karraton”) und berühmte Persönlichkeiten zu erkennen (“Wer ist das?”).

Stimmung wollte dabei nie so wirklich aufkommen, weshalb man als TV-Konsument vor dem vorletzten Spiel “Tunnel” erst so richtig überriss, dass das Ganze eigentlich eine verdammt enge Kiste ist. Da stand es nämlich 46:45 für den Bachelor. Nun mussten sich Janke und Cordalis mit einer Schaufel durch eine Wand aus irgendeiner grünen Masse graben.

Mag ja sein, dass der an sich sympathische Bachelor privat ein Ass im Baggern ist. Wenn’s ums Buddeln geht, ist er jedenfalls eine veritable Null, wobei er einem angesichts des effizient schaufelnden Cordalis fast schon leid tat. Der neue Spielstand: 59:56 für Cordalis. Es kam zum entscheidenden Duell, das für beide den Matchball bedeutete.

Finalspiel: “Die Scheibe” machte einen um 100.000 Euro reicher

Geschick und ruhige Hände waren jetzt noch einmal gefragt. Jeder Kandidat hatte unterschiedlich große Steine zur Verfügung, die abwechselnd auf einer an einer Schnur hängenden Scheibe platziert werden mussten. Und zwar so, dass diese im Gleichgewicht blieb und die bereits gesetzten Steine nicht der Schwerkraft folgten.

Klar, das Spiel wird wohl eher nicht olympisch werden, aber als Entscheidungsgame eignete es sich durchaus. Im Saal herrschte nun auch Totenstille, denn das Platzieren der Steine auf der schwankenden Scheibe wurde natürlich zunehmend schwieriger. Jankes vielleicht größter Fehler: Er verbrauchte zu rasch seine kleineren Steine, die ihm am Ende ob der wackeligen Angelegenheit fehlten.

Was man schon fragen darf: War das Finale auch gerecht?

Und so war es auch ein großer Stein des Bachelors, der die Scheibe kippen und Lucas Cordalis’ Geldbörse um 100.000 Euronen fetter werden ließ. Ein letztes Mal tauchte noch Daniela Katzenberger auf, um sich an den Hals ihres Liebsten zu werfen.

Es war inzwischen fast 2 Uhr nachts. Um diese Zeit will man den Gedanken gar nicht mehr groß vertiefen, dass vermutlich Janke als derjenige, der das Finalspiel eröffnete, einen deutlichen Nachteil hatte, da Cordalis mit seinen Steinen stets nur austarieren musste.

Hat eben der Münzwurf, um auszulosen, wer das Finalspiel beginnt, diesen knapp fünf Stunden dauernden Abend entschieden. So what! Beim Auflegen auf Malle kommen doch eh auch immer ein paar Moneten rein.


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