Schweinfurter Minimalisten: Punkte ja, Herz nein

1. FC Schweinfurt 05: Alexander Eiban, Stefan Kleineheismann, Philip Messingschlager, Gianluca Lo Scrudato, Matthias Strohmaier (46. Adam Jabiri), Nikola Jelisic, Nico Andermatt, Lukas Billick, Dominik Weiß (90. Jannik Binder), Stefan Maderer, Nicolas Görtler (79. Kevin Fery) – Trainer: Timo Wenzel
TSV 1860 Rosenheim: Marius Herzig, Mathias Heiß, Christoph Wallner (84. Georg Lenz), Linor Shabani (69. Yanick Tobias), Philipp Maier, Maximilian Mayerl, Ludwig Räuber, Pius Krätschmer, Leopold Krüger (69. Korbinian Linner), Luftetar Mushkolaj, Markus Einsiedler – Trainer: Thomas Kasparetti
Schiedsrichter: Lothar Ostheimer (Sulzberg) – Zuschauer: 708
Tore: 1:0 Stefan Maderer (61.)
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Dritter 1:0-Erfolg für den 1. FC Schweinfurt 05 in Serie, aber Coach Timo Wenzel war besonders mit der ersten Hälfte überhaupt nicht zufrieden:“Über die erste Halbzeit will ich eigentlich gar nicht reden. Das habe ich der Mannschaft auch so gesagt, dass ich so etwas nicht mehr sehen will. Wir haben ohne Herz gespielt, und so kannst du in der Regionalliga keine Spiele gewinnen.”

In den ersten Minuten machten die Schnüdel ordentlich Dampf, doch die Anfangsoffensive ebbte schnell ab. Im Anschluss fiel den Hausherren gegen gut sortierte Rosenheimer wenig Kreatives ein. Chancen waren hüben wie drüben in der ersten halben Stunde Mangelware. Die erste richtig gute Möglichkeit hatten die Gäste in der 29. Minute. Die Kugel wurde zentral durchgesteckt auf Linor Shabani, der an der Strafraumgrenze viel Platz und Zeit hatte, aber mit seinem Abschluss am ganz stark reagierenden FC-Schlussmann Alex Eiban hängen blieb. Nur 60 Sekunden später fast die identische Situation – dieses Mal aber auf der anderen Seite. Philip Messingschlager setzte Dominik Weiß in Szene, der Fahrt aufnehmen konnte und aufs Gehäuse zusteuerte. Aber auch in dieser Szene blieb Torwart Marius Herzig der Sieger und konnte zur Ecke parieren (30.). Beide Offensivreihen liefen aber weiterhin auf Sparflamme, bis auf einen Freistoß von Pius Krätschmer, der das Leder aus über 20 Metern Entfernung knapp über den Schweinfurter Kasten setzte (43),  tat sich bis zur Halbzeit nicht mehr viel.

Zur Pause wechselte FC-Coach Timo Wenzel offensiv, nahm Abwehrmann Matthias Strohmaier vom Platz und schickte Adam Jabiri auf den Rasen. “Adam war die Woche über krank, deshalb hat er nicht von Anfang an gespielt”, erklärte Wenzel. Und das hätte sich beinahe sofort ausgezahlt: Der Sturmroutinier legte von der Grundauslinie zurück auf Nic Görtler, der auf den Abzug drücken konnte, das Spielgerät aber knapp am linken Pfosten vorbeisetzte (46.). Zehn Minuten später scheiterte Jabiri mit einer Direktabnahme im Strafraum an Sechzig-Schlussmann Herzig (56.). Wenig später klingelte es aber dann doch im Rosenheimer Kasten: Dominik Weiß brachte eine Flanke von rechts zentral an die Strafraumgrenze, Stefan Maderer nahm das Spielgerät an, machte eine Körpertäuschung und jagte die Kugel per Dropkick unhaltbar rechts oben unter die Latte – ein toller Treffer zum 1:0 (61.)! Anschließend hatten die 05er die Partie im Griff, kamen zu Chancen, konnten aber den Sack nicht zumachen. Das hätte sich eine Viertelstunde vor Schluss fast gerächt, als Rosenheims Luftetar Mushkolaj aus kurzer Distanz den Ball knapp rechts am Kasten vorbeilegte (76.). So blieb`s bis zum Schlusspfiff spannend, aber die Schnüdel brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.

“Zum Schluss hat die Einstellung gepasst. Aber den Sieg für uns hat auch wieder einmal unser Keeper Alex Eiban festgehalten. Er spielt eine überragende Saison, das möchte ich auch einmal hervorheben”, lobte Wenzel abschließend seinen Schlussmann. Rosenheims Trainer Thomas Kasparetti bemängelte die Chancenverwertung seiner Elf, mit der Leistung war er einverstanden: “Im ersten Abschnitt waren wir gewiss nicht schlechter. Nach der Pause brachte Schweinfurt mit der Einwechslung von Jabiri Schwung rein, aber sie haben es verpasst, den Sack zuzumachen. Wir hatten daher bis zum Schluss unsere Möglichkeiten, aber mir fehlt einfach der letzte Glaube, die letzte Überzeugung, das Ding ins Tor zu hauen.”