Ski-Ass Neureuther macht Schluss

“Mein Herz und vor allem mein Körper haben mir in den letzten Monaten deutlich zu verstehen gegeben, dass es an der Zeit ist, dieses für mich so wunderschönes Kapitel Skirennsport zu beenden”, heißt es in einer über die sozialen Medien verbreiteten Erklärung.

Seit 2003 mit im Weltcup

Neureuther ist mit insgesamt 13 Siegen der erfolgreichste deutsche alpine Athlet im Weltcup, wo er am 4. Januar 2003 im slowenischen Kranjska Gora debütierte. Der ganz große Einzeltitel fehlt dem Slalomspezialisten, auch wenn er sich seit dem Team-Gold 2005 Weltmeister nennen darf. In seiner Paradedisziplin gewann Neureuther WM-Silber (2013) und zweimal -Bronze (2015/2017), dazu kommt eine weitere Bronzemedaille mit der Mannschaft (2013).

Der deutsche Sport verliert in Neureuther eine seiner schillerndsten Figuren und einen der populärsten Vertreter des Wintersports. Wegen seines lausbubenhaften Charakters flogen dem gebürtigen Münchner die Sympathien zu. Allerdings galt er auch als schlampiges Ski-Genie, dazu bremsten ihn immer wieder körperliche Probleme wie chronische Rückenschmerzen, ein Kreuzbandriss im November 2017 und zuletzt eine Nussallergie aus.

Neureuther ist seit 2017 mit der ehemaligen Langläuferin und Biathletin Miriam Gössner verheiratet. Beide haben eine Tochter (Matilda, 1).

Lob und Wehmut aus der Führungsspitze

Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann sagte: “Felix Neureuther hat in den vergangenen 15 Jahren den alpinen Skisport in Deutschland, aber auch international ganz entscheidend mitgeprägt. Er hat nicht nur leistungssportlich große Höhen erreicht, sondern auch zahlreiche verletzungsbedingte Rückschläge mit großer Willensstärke gemeistert.”

Felix Neureuther Ski Wintersport (picture-alliance/Sven Simon)

Felix Neureuther sammelte als der “ewige Lausbub” auch abseits der Piste viel Sympathien

Mathias Berthold. Cheftrainer des Deutschen Skiverbandes (DSV) betonte: “Ich habe ihn zu seiner Entscheidung beglückwünscht, er ist glücklich damit, dann ist es auch richtig. Er hat in seinem tiefsten Innern gewusst, er hat die Motivation nicht mehr. Aber man wird schon ein bisschen wehmütig, wenn man weiß, was er noch für Möglichkeiten hat. Es war eine wirklich coole Zeit, ich schätze Felix in erster Linie für seine Persönlichkeit abseits des Sports, aber für uns war er auch als Siegfahrer wichtig.”

haz/nob (sid, dpa)