Stadtfest Gießen: Große Veränderungen geplant

Schon bei der nächsten Auflage des Stadtfests im kommenden August werden »deutlich erhöhte« Standgelder genommen, teilte der für die Marketing-Gesellschaft zuständige Bürgermeister Peter Neidel am Freitag in einer Pressekonferenz des Magistrats mit. Zudem wird es keine Zuschüsse mehr für den Betrieb von Musikbühnen geben.

Wie Neidel und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz informierten, habe sich das Defizit beim Stadtfest zuletzt bei rund 30 000 Euro bewegt. Dass die Allgemeinheit die Riesenparty dauerhaft subventioniert, ist aus Sicht des Magistrats nicht länger vermittelbar. Zumal in Gießen bislang »sehr, sehr niedrige« Standgebühren gegolten hätten. »Wir haben das mit anderen Städten verglichen und festgestellt, dass die Preise dort wesentlich höher sind«, erklärte Neidel.

Stadtfest Gießen: Bewerbungsfrist bis 1. April

Konkret bedeutet das, dass der Betreiber eines Getränkestands in den Stadtfest-A-Lagen – das sind alle außer Kaplansgasse, Neuenweg und Sonnenstraße – künftig einen Basispreis von 1200 Euro zuzüglich einer Quadratmeterpauschale von zehn Euro plus Reinigungsgebühr (100 Euro) für die drei Tage zahlen muss. In den drei B-Lagen zahlen Beschicker nur 80 Prozent dieses Tarifs. Von dieser Ermäßigung ausgenommen ist die »Kategorie Karussell«. Bislang zahlten Festwirte in den umsatzträchtigeren Lagen für einen Getränkestand 1260 Euro (ohne Reinigung), in den anderen Bereichen 975 Euro.

Wie Neidel ankündigte, werde das Stadtmarketing auch die Standgebühren beim Weihnachtsmarkt unter die Lupe nehmen. Hier hatte es Kritik an den extrem niedrigen Standgebühren für Glühwein- und Bratwurstbuden in bester Lage gegeben.

Stadtfest Gießen: Außengastronomie der Restaurants als Thema

Noch einmal überarbeitet hat die Gesellschaft auch die Vergaberichtlinien und Zulassungskriterien beim Stadtfest, für das man sich bis zum 1. April bewerben kann. Eine Neuregelung betrifft die Außengastronomie der Restaurants. Soll diese auch während des Stadtfests angeboten werden, müssen sich die Restaurantbetreiber um einen Standplatz bewerben und Standgeld zahlen. Die Sondernutzungsgebühr fällt dann für diese drei Tage weg. Außerdem wird es künftig keine Zuschüsse mehr für den Betrieb von Musikbühnen geben. »Die Betreiber können das durch Getränke- und Imbissstände in der Umgebung auffangen«, sagte Neidel. An einer Ausgleichsregelung, um nichtkommerziellen Betreibern wie Vereinen weiterhin den Betrieb einer Bühne zu ermöglichen, werde noch gearbeitet.

Beim vergangenen Stadtfest hatte es Kritik an der Entscheidung des Stadtmarketings gegeben, die an den Schausteller-Unternehmer Andreas Walldorf vergebene Katharinenplatz-Bühne mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 7000 Euro zu versehen. Neidel räumte ein, dass dies »nicht glücklich« gewesen sei. Gleichwohl wiesen er und Grabe-Bolz Vorwürfe zurück, bei der Vergabe von Standplätzen bei Märkten und Festen werde gemauschelt. »Man kann aber alles noch transparenter machen«, sagte die OB.