Szene-Café sperrt Kinder aus: Appell an „Supermuttis“: Das sagt die Cafe-Betreiberin

Eimsbüttel –

Entspannt Cappuccino schlürfen, in Ruhe den Avocado-Toast verputzen – ganz ohne lautes Kindergeschrei. Im Café „Moki’s Goodies“ ist dies schon länger möglich, denn das Café am Eppendorfer Weg hat Kinder zum Störfaktor erklärt. Mädchen und Jungen unter sechs Jahren dürfen nicht rein. Das schmeckt vor allem Müttern nicht. Eine Promi-Mama löste nun mit einem Instagram-Post großen Wirbel aus.

Die Debatte um die kinderfreien Cafés und Restaurants ist nicht ganz neu. Im vergangenen Jahr geriet bereits ein Restaurant auf Rügen in die Schlagzeilen, weil es Kindern ab 17 Uhr den Zutritt verweigerte. Die Restaurantbetreiber begründeten ihre Entscheidung damals damit, dass die Erziehung der meisten Eltern einfach zu wünschen übriglasse.

Aber zurück zum „Moki’s Goodies“: Das Café in Hoheluft-West ist bisher vor allem für seine große Frühstücksauswahl bekannt. Hier kommt alles auf den Tisch, was gerade hip ist: von „Superfood-Bowls“ bis zum gesunden Pfannkuchen.

Promi-Mama bringt Shitstorm ins Rollen

Doch statt mit Trend-Essen ist das Café nun mit vermeintlicher „Kinderfeindlichkeit“ in die Öffentlichkeit geraten. Alles geriet durch Promi-Mama und Unternehmerin Nicole Hansen ins Rollen. Sie betreibt in Eimsbüttel einen Conceptstore und ist mit „Revolverheld“-Gitarrist Niels Kristian Hansen verheiratet. Seit Kurzem hat das Paar ein kleines Mädchen.

In ihrer Instagram-Story beschwerte sich Hansen, dass in einem ihrer Lieblingscafés, dem „Moki’s Goodies“, Kinder unerwünscht seien. Sie schreibt über ein Meeting, das sie eigentlich in einem ihrer „liebsten Frühstücks-Cafés“ machen wollte, dann habe sie aber gesehen, dass Kinder dort verboten seien.

Nicole Hansen trifft einen Nerv

Das Thema verbreitet sich im Netz rasant, zahlreiche Hamburger Eltern hinterlassen kritische Kommentare. Ein User schreibt: „Ihr schließt einfach eine Personengruppe aus. Ihr pauschalisiert. Kinder = laut. Das ist schlichtweg diskriminierend. Sehr schade. War immer gern bei euch.“

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Ein anderer meint: „Es geht nicht (nur) darum, dass euer Konzept nicht gefällt. Sondern um die unfreundliche Art, in der ihr es durchsetzt.“

Appell an die „Supermuttis“: Das sagt die Cafe-Betreiberin

Café-Besitzerin Monika Ertl, die der Geschichte augenzwinkernd den Namen „Schnullergate“ gibt, reagiert auf den Shitstorm mit einer Stellungnahme, in der es zu Beginn heißt: „Jetzt mal ehrlich – es reicht!“

Weiter schreibt sie: „Liebe Supermuttis, ich finde, es ist an der Zeit, die Verhältnismäßigkeit dessen, was Ihr hier seit einigen Tagen im Netz veranstaltet, ernsthaft in Frage zu stellen.“

Ertl kritisiert, dass bisher niemand persönlich mit ihr gesprochen habe, sondern über ihr Restaurantkonzept ein „Shitstorm vom Feinsten“ losgebrochen sei. Ihr Unternehmen werde mit „erstaunlicher verbaler Aufrüstung und Feindseligkeit“ verurteilt.

„Das Moki’s Goodies ist kein spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kind-Projekt“, so Ertl, „sondern ein Restaurant, für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe.“ Sie sei selbst Mutter einer Tochter, habe ein süßes Patenkind und Nichten und Neffen. Ihr Kinderfeindlichkeit zu unterstellen, sei Blödsinn. 

Für ihre Einstellung erhält Ertl nicht nur Gegenwind, sondern auch Zuspruch. „Wo ist das Problem?“, so ein Instagram-Nutzer. „Ich persönlich finde es super. Ich war letztens erst in einem Café, in dem drei Kinder vom Nebentisch die ganze Zeit um unseren Tisch rannten und Fangen spielten, und die Eltern hat das null interessiert.“

Ein anderer Nutzer schreibt: „Ich persönlich finde ein kleinkindfreies Café super und sehe es als eine Bereicherung. Ein Plus an Freiheit. Danke dafür!“

Eine Mutter postet: „Ich kann verstehen, dass sich manche Café-Besitzer oder Gäste von Kinderlärm gestört fühlen. Ich finde es okay, wenn es auch solche Cafés gibt, die kleine Kinder mal nicht reinlassen. Jeder braucht seine Oase.“