Zur Not sind Wetzlarer Youngster gefordert

WETZLAR – Vier der jüngsten fünf Heimspiele hat Handball-Bundesligist HSG Wetzlar gewonnen. An diesem Sonntag, wenn der HC Erlangen ab 16 Uhr seine Visitenkarte in der Rittal-Arena abgibt, soll diese kleine Erfolgswelle eine Fortsetzung finden. Selbstvertrauen dazu hat die Wandschneidertruppe trotz der Zehn-Tore-Klatsche am Donnerstag bei den Rhein-Neckar Löwen (21:31) getankt.

HSG Wetzlar – HC Erlangen
Sonntag, 16 Uhr

“Wir haben den deutschen Pokalsieger und Champions-League-Teilnehmer gehörig ins Zittern und Schwitzen gebracht. Dass es am Ende doch noch ein deutlicher Löwen-Erfolg wurde, war ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass wir in der letzten Viertelstunde die ‘erste Sechs’ im Hinblick auf das Sonntagsspiel schonten”, erklärte Wetzlars Trainer Kai Wandschneider rückblickend. Ärgerlich für den Coach der Mittelhessen war nicht die Niederlage in Mannheim an sich, sondern dass die Partie wegen des Champions-League-Engagements der Löwen drei Tage vor die Begegnung mit dem HC Erlangen angesetzt wurde. “Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie sich in der SAP-Arena präsentiert hat. Sie hat richtig gut gespielt, konnte sich aber aus den erwähnten Gründen nicht für die starke Leistung belohnen”, fügte der Wetzlarer Diplom-Sportwissenschaftler hinzu.

Gegen die Franken, die bislang in der Ferne bis auf zwei Erfolge in Bietigheim (26:24) und in Ludwigshafen (25:23) noch eine gewisse Auswärtsschwäche zeigen, wollen die Lahnstädter mit einem Sieg wieder ihre Heimbilanz aufpolieren. Vor voraussichtlich ausverkauftem Haus – nur noch einige Stehplatzkarten gibt es an der Kasse – werden die Akteure, die sich in Mannheim gut präsentiert haben, das HSG-Trikot tragen. Kai Wandschneider hofft, dass Linksaußen Emil Frend Öfors nach überstandener Grippe wieder eingesetzt werden kann.

Mappes-Einsatz offen

Weiterhin nicht dabei sind Alexander Hermann und Lenny Rubin. Sehr zum Leidwesen des HSG-Übungsleiters kann sich Rubin aufgrund seines Muskelfaserrisses nun nicht im linken Rückraum “positionieren”, sodass dort die Hauptlast auf Olle Forsell Schefvert im Wechsel mit Stefan Kneer liegen wird. Sollte Mannschaftskapitän und Regisseur Filip Mirkulovski eine Pause benötigen, stehen auf der Spielmacherposition mit Hendrik Schreiber und Ian Weber nur zwei “Youngster” zur Verfügung, ein Novum in der höchsten deutschen Handballliga.

Nur ungern blicken die Mittelhessen auf das Hinspiel zurück, das die Franken in der Arena Nürnberger Versicherung mit 27:20 deutlich für sich entschieden. Sehr stark stellte sich damals Dominik Mappes vor. Der Ex-Hüttenberger musste jedoch zuletzt wegen einer Verletzung pausieren, sodass sein Einsatz am Sonntag noch nicht geklärt ist. “Erlangen besitzt mit Nikolas Katsigiannis und Gorazd Skof ein starkes Torhütergespann. Im letzten Heimspiel, als Erlangen den Rhein-Neckar Löwen beim 23:23 einen Punkt abknöpfte, setzten in dem Team von HCE-Coach Adalsteinn Eyjolfsson Linksaußen Christopher Bissel und Rückraumschütze Nico Büdel die Glanzlichter”, warnt Kai Wandschneider, den Gast ja nicht zu unterschätzen.