Zusammenstöße bei Protesten albanischer Regierungsgegner

Bei Protesten gegen die albanische Regierung hat es vor dem Parlament in Tirana gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Polizisten setzten am Samstag Tränengas und Wasserwerfer gegen Steine werfende Demonstranten ein, die zum Parlamentsgebäude vordringen wollten. Die Zusammenstöße dauerten mehr als eine Stunde lang.

Die Demonstranten forderten den Rücktritt des sozialistischen Regierungschefs Edi Rama. Gegen den Ministerpräsidenten finden bereits seit einem Monat regelmäßig Demonstrationen statt. Die Opposition wirft Ramas Regierung Korruption und Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor und verlangt die Bildung einer Expertenregierung, die Neuwahlen organisieren soll. Aus Protest gegen Rama schieden eine Reihe von Abgeordnete aus dem Parlament aus.

Die EU kritisierte daraufhin, der massenhafte Rücktritt von Oppositionsabgeordneten behindere das Funktionieren der Demokratie in Albanien. Rama ist seit 2013 im Amt, im Juni 2017 errang er ein zweites Mandat. Albanien mit seinen 2,9 Millionen Einwohnern zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Das Land hofft, noch in diesem Jahr Beitrittsgespräche mit der EU eröffnen zu können.